COSIMA FILMTHEATER
12159 Berlin
U- und S-Bahn Bundesplatz
Tel.: 030 / 667 02 828
Fax.: 030 / 667 02 827
Freitag, den 20.02.2026:
14:30 Cosima:
Hamnet (DF)17:15 Cosima:
Silent Friend20:30 Cosima:
Ein einfacher Unfall (DF)
Eva Lichtspiele
Bundesplatz Kino
der neue Film von Jafar Panahi jetzt im Cosima
Ein einfacher Unfall (DF)
...ab dem 19. Februar im Cosima !
Freitag 20.02.
Samstag 21.02.
Ein einfacher Unfall, Gewinner der Goldenen Palme von Cannes, ist eine furchtlose Leistung des Filmemachers Jafar Panahi – zugleich hochpolitisch und zutiefst menschlich. Mit unerbittlicher Klarheit stellt der Film moralische Fragen nach Wahrheit und Ungewissheit, Rache und Gnade.
Als der Automechaniker Vahid zufällig auf den Mann trifft, der ihn mutmaßlich im Gefängnis gefoltert hat, entführt er ihn, um Vergeltung zu üben. Doch der einzige Hinweis auf Eghbals Identität ist das unverkennbare Quietschen seiner Beinprothese. Auf der Suche nach Gewissheit wendet sich Vahid an einen zerstreuten Kreis anderer, inzwischen freigelassener Opfer. Doch je tiefer sie in ihre Vergangenheit eintauchen und je mehr ihre unterschiedlichen Weltanschauungen aufeinanderprallen, desto größer werden die Zweifel: Ist er es wirklich? Und was hieße Vergeltung überhaupt?
„Die Figuren des Films sind zwar fiktiv, doch die Geschichten, die sie erzählen, basieren auf realen Ereignissen, die von echten Gefangenen erlebt wurden. Echt ist auch die Vielfalt dieser Figuren und ihrer Reaktionen. Einige werden sehr gewalttätig und von Rachegelüsten getrieben. Andere wiederum versuchen, einen Schritt zurückzutreten und über langfristige Strategien nachzudenken. Einige waren stark politisiert – oder wurden es. Andere waren es überhaupt nicht und wurden fast zufällig verhaftet. Letzteres trifft auf Vahid, die Hauptfigur, zu: Er war ein Arbeiter, der einfach nur seinen Lohn einforderte. Das Regime macht keinen Unterschied zwischen diesen Menschen. Jede der
anderen Figuren repräsentiert eine der vielen, mehr oder weniger fest organisierten Oppositionsgruppen. Diese Gruppen geraten oft aneinander, sogar
hinter Gittern. Sie alle sind sich einig, dass sie das Regime ablehnen, aber darüber hinaus gehen die Meinungen auseinander. Seit dem Tod von Mahsa Amini und dem Aufkommen von „Frau, Leben, Freiheit” hat sich die Ablehnung des Regimes weit verbreitet. Oft wissen die Menschen jedoch nicht, womit sie es ersetzen sollen. Das sieht man heute deutlich: Zum Beispiel zeigen sich viele Frauen nun ohne Hidschab in der Öffentlichkeit. Eine solche Form des massiven zivilen Ungehorsams war vor wenigen Jahren noch undenkbar. Die Szenen im Film, die mit unverschleierten Schauspielerinnen auf der Straße gedreht wurden, spiegeln jedoch die heutige Realität wider. Es sind die iranischen Frauen, die diesen Wandel herbeigeführt haben.„
(Jafar Panahi)
„Jafar Panahis emotional aufwühlende Tour de force ist nicht mehr ausschließlich als Parabel auf die Zustände in seiner Heimat zu verstehen, sondern auch als Suche nach einem moralischen Kompass für die direkte Konfrontation mit den Autoritäten. Angesichts dessen, was ihm bereits jetzt widerfahren ist, und der Brutalität, mit der das
Aufbegehren des eigenen Volkes immer noch niedergeschlagen wird, ist dieser Film ein beispielloses Fanal von ungeheurem Mut und Behauptungswillen eines Regisseurs, an dem sich viele anderen ein Beispiel nehmen sollten. Und zieht man dann noch die Umstände in Betracht, unter denen der Film entstand, muss man das Ergebnis in seiner Offenheit und seiner ausbalancierten Nuanciertheit noch einmal höher einschätzen.“ (kino-zeit.de)
https://mubi.com/de/de/films/it-was-just-an-accident
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© Cosima Filmtheater Berlin. All rights reserved. | Programming & Design: Uli Schmidt
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