COSIMA FILMTHEATER
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Bundesplatz Kino
Berlin Film Katalog präsentiert
Der Dritte (1971/72)
... nur am Montag, 2. März 2026 um 17.30 Uhr im Cosima-Filmtheater !
Montag 02.03.
DDR 1971/1972 – 111 Min. – Farbe
R: Egon Günther
B: Günther Rücker, Egon Günther
K: Erich Gusko
M: Karl-Ernst Sasse
D: Jutta Hoffmann, Barbara Dittus, Rolf Ludwig, Armin Mueller-Stahl, Peter Köhncke, Erika Pelikowsky, Christine Schorn, Jaecki Schwarz
Foto Quelle: DEFA Stiftung Ingo-Raatzke-Heinz-Wenzel
Zum 85. Geburtstag von Jutta Hoffmann (dieser ist am 3. März 2026)
„Männer gibt’s wie Mist!“ meint ihre beste Freundin Lucie. Doch für Margit steht fest:
Hrdlitschka soll es sein! Daß der Kollege im Großbetrieb noch nicht mal von ihrer
Existenz weiß (und sie auch nicht viel von ihm), stellt für die gestandene Frau von
Mitte dreißig, Mathematikerin in der Datenverarbeitung und zweifache Mutter, kein
Hindernis dar, im Gegenteil: Nach zwei gescheiterten Versuchen soll er, der dritte,
es nun endlich sein: der Mann fürs Leben!
Was heute nach einer dieser gefällig-belanglosen Beziehungskomödien klingt, wel
che das deutsche Fernsehen inzwischen am Fließband produziert, war vor gut einem
2
halben Jahrhundert als Beitrag zur Diskussion über die Stellung der Frau in der
gegenwärtigen Gesellschaft, den erreichten Stand ihrer Emanzipation gedacht und
so auch wahrgenommen worden. Zunächst in der DDR, dann aber auch im Westen
Deutschlands, wo der Film nach seiner Uraufführung 1972 schnell ebenfalls in die
Kinos kam, wurde „Der Dritte“ viel beachtet.
Der Szenarist Günther Rücker und der Regisseur Egon Günther, mit dem die Haupt
darstellerin Jutta Hoffmann mehrmals zusammenarbeitete, bedienten sich einer un
gewöhnlichen, noch heute überraschend und frisch wirkenden Gestaltung: Die Ent
wicklung von Margit – die als Kind zur Waise wird, dann in einem Diakonissenhaus
aufgezogen wird, dem dort vorbestimmten Leben aber entflieht – wird nicht nur in
eingestreuten Rückblenden erzählt, der ganze Film wirkt skizzenhaft, teils reportage
artig, das Spiel der Darsteller oft nahezu improvisiert. In manchen Szenen wird (für
die DEFA sehr ungewöhnlich) Originalton verwendet. Der Film besteht fast nur aus
Nahaufnahmen, es gibt kaum Totalen oder Großaufnahmen, die (manchmal sehr
bewegliche) Kamera bleibt also immer auf halber Distanz. So spricht aus „Der Dritte“
auch immer noch die Suche nach neuen Erzähltechniken und das unaufdringliche
Experimentieren mit ihnen – Dinge, die in der Spielfilmproduktion der DEFA (bis
heute wenig beachtet) seit Anfang der sechziger Jahre häufiger anzutreffen waren.
In den knappen Dialogen, der Handlung und ihrer Darstellung blitzen immer wieder
Witz, Spott, Selbstironie auf.
Jutta Hoffmann erhielt für ihre ganz leicht und spielerisch wirkende, deshalb aber
um so eindrucksvollere Verkörperung der Hauptfigur unter anderem den (bundes-)
Deutschen Kritikerpreis sowie bei der Biennale von Venedig 1972 den Kritikerpreis
als beste Darstellerin. Beim Internationalen Filmfestival von Karlsbad wurde „Der
Dritte“ im selben Jahr mit einem der Hauptpreise ausgezeichnet. Wir zeigen den Film
anläßlich des 85. Geburtstags von Jutta Hoffmann, den diese am Tag nach unserer
Aufführung feiern kann.
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© Cosima Filmtheater Berlin. All rights reserved. | Programming & Design: Uli Schmidt
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